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O B E D I E N C E
H I S T O R I E . V O N .
O B E D I E N C E
Obedience hat seinen Ursprung in England. Dort wurde 1949 zum ersten Mal eine reine
Gehorsamsprüfung durchgeführt, die aus einer Vielseitigkeitsprüfung ausgegliedert wurde
(man kann sich das in etwa so vorstellen, dass man den Unterordnungsteil unserer heutigen
VPG-Prüfungen als Einzelprüfung herausnähme). Seit damals hat sich viel verändert,
denn bald darauf wurde dieser Gehorsamsteil als eigenständige Prüfung anerkannt. USA
und Nordeuropa übernahmen die neue Sportart Obedience, sei es um das Angebot im eigenen
Land zu ergänzen oder aber als Ersatz für den Schutzhundesport, weil dieser in manchen
Ländern ausschließlich in der öffentlichen Hand lag.
Einige Länder schauen bereits auf 20 oder gar 30 Jahre Erfahrung im Obedience zurück
(z.B. Dänemark, Niederlande), andere sind noch relative "Neulinge" (Italien,
Portugal, Österreich und Schweiz). Nachdem alle Grenznachbarn es spätestens in den
90er Jahren einführten, konnte auch Deutschland sich dem Einfluß dieser schönen, sich
überall in Europa bereits verbreitenden Sportart zu entziehen.
Die Anforderungen in den einzelnen Ländern sind in den Prüfungsklassen äußerst unterschiedlich.
So kommt es, dass es zwischen 3 und 6 Prüfungsstufen gibt, die die jeweiligen Länder
eigenständig bestimmen. Die FCI-Klasse jedoch ist übergeordnet für alle Länder weltweit
gültig, die Weltmeisterschaften werden ausschließlich in dieser Klasse durchgeführt.
Im HSVRM gab es im Jahr 2000 erste Bestrebungen, Obedience näher kennenzulernen. Die
Vereine Bockenheim und Mainflingen boten Seminare mit ausländischen Trainern an. Bereits
im Folgejahr nahmen die ersten Verbandsmitglieder an Prüfungen teil, zunächst an ausländischen,
da es ja noch kein Reglement für Deutschland gab. Mitte 2001 trat dann ein Modellversuch
für 1 Jahr in Kraft, der an das holländische Regelwerk angelehnt war. Seit 2002 gibt
es eine gültige Prüfungsordnung, die 4 Klassen umfasst (die Beginnerklasse, Klassen
1,2 und 3). Die deutsche Klasse 3 ist identisch mit der weltweit gültigen FCI-Klasse.
Seit 2001 führen Verbandsmitglieder erfolgreich ihre Hunde auf Obedienceprüfungen,
und die Anzahl steigt. Waren es im ersten Jahr nur 11 Teams mit 23 Starts, so ist inzwischen
die Teilnahme an Prüfungen erheblich gestiegen! 2003 wurde mit 52 Teams aus 12 Vereinen
des HSVRM insgesamt 110x gestartet und das Interesse steigt erfreulicherweise weiter.
Ü B U N G E N - K L A S S E N - P U N K T E
So sehen die Übungen des deutschen Reglements, gültig ab 1.1.2007 aus:
Für jede Übung, egal welcher Klasse, ist die Maximalpunktzahl 10 bindend.
Leistungsstufe Beginner
In der Beginner-Klasse wird die Sozialverträglichkeit der Hunde untereinander sowie
das unbefangene Verhalten gegenüber dem Hundeführer (durch Gebiss zeigen) sowie gegenüber
anderen Menschen, das sogenannte ?Stehen und Betasten" überprüft. Für diese Übung
werden mindestens 3 Teams zusammen auf den Platz getestet. Eine weitere Aufgabe in
der Gruppe ist die Ablage über 2 Minuten.
Weitere Bestandteile dieser Leistungsklasse ist eine kurze Leinenführigkeit und Freifolge
im Normalschritt sowie das Sitz aus der Bewegung. Darüber hinaus wird das Abrufen und
ein Voraussenden in die Box (exakt vorgegebene Stelle, markiert durch 4 Pylonen und
eine visuelle Linie) sowie ein Apport auf ebener Erde verlangt, wobei der Hundeführer
jedoch auch Spielzeug verwenden darf.
|
: |
Übung |
Koeffizient |
max |
|
1 |
Verhalten gegenüber anderen Hunden |
4 |
40 |
|
2 |
Stehenbleiben/Betasten |
3 |
30 |
|
3 |
Gebiss zeigen |
1 |
10 |
|
4 |
Abliegen in der Gruppe |
3 |
30 |
|
5 |
Leinenführigkeit |
4 |
40 |
|
6 |
Freifolge |
4 |
40 |
|
7 |
Sitz aus der Bewegung |
3 |
30 |
|
8 |
Abrufen aus dem Liegen |
4 |
40 |
|
9 |
Zurücksenden zum Platz |
3 |
30 |
|
10 |
Apportieren auf ebener Erde |
2 |
20 |
|
11 |
Umgang Mensch-Hund |
1 |
10 |
Leistungsklasse 1
In dieser Leistungsklasse werden in der Gruppe eine Ablage über 3 Minuten sowie ein
Absitzen über 1 Minute, jeweils mit Sichtkontakt zum Hundeführer verlangt. In der Leinenführigkeit
sowie in der Freifolge wird der Normal- sowie der Laufschritt sowie die Figur Acht
gefordert. Eine weitere Übung ist das Platz aus der Bewegung, welches in einem Quadrat
von 8 x 8 Metern ausgeführt wird. Der Hundeführer fordert den Hund zum Anschließen
durch Fußkommando auf, wenn er das Quadrat einmal umrundet hat. Wie auch in der Beginner-Klasse
wird das Abrufen und das Voraussenden zur Box geprüft, hier allerdings bereits über
eine längere Strecke als in der Beginnerklasse. Bei der Übung Apport auf ebener Erde
soll der Hund eine Hantel aus Holz oder Kunststoff bringen. Als vollkommen neue Übungen
in dieser Leistungsstufe kommen die Distanzkontrolle und der Hürdensprüng dazu. Bei
der Distanzkontrolle wird der abliegende Hund aus 10 Meter Entfernung durch seinen
Hundeführer ins Sitz und anschließend wieder zurück ins Platz gerufen. Dabei darf sich
der Hund nicht von der Ausgangsstelle wegbewegen. Beim Hürdensprung (jeder Hund muss
nur die eigene Körpergröße bewältigen) werden freier Hin- und Rücksprung verlangt.
|
. |
Übung |
Koeffizient |
max |
|
1 |
1 Minute Sitzen mit Sichtkontakt |
2 |
20 |
|
2 |
3 Minuten liegen mit Sichtkontakt |
2 |
20 |
|
3 |
Leinenführigkeit |
3 |
30 |
|
4 |
Freifolge |
4 |
40 |
|
5 |
Platz aus der Bewegung (Viereck 8x8 m) |
3 |
30 |
|
6 |
Abrufen aus dem Liegen |
3 |
30 |
|
7 |
Zurücksenden zum Platz |
3 |
30 |
|
8 |
Hürdensprung |
3 |
30 |
|
9 |
Apportieren auf ebener Erde |
4 |
40 |
|
10 |
Distanzkontrolle |
4 |
40 |
|
11 |
Umgang Mensch-Hund |
1 |
10 |
Leistungsklasse 2
Als Gruppenübungen werden hier das Absitzen über 2 Minuten in Sichtweite des Hundeführers
und eine 3minütige Ablage außerhalb der Sichtweite des Hundeführers und mit Ablenkung
gezeigt. Es gibt keine Leinenführigkeit mehr. In der Freifolge werden Normal-, Lauf-
und langsamer Schritt und Slalom verlangt. Im 8 x 8 Meter-Quadrat werden ein Sitz und
ein Platz aus der Bewegung verlangt. Das Abrufen des Hundes wird erschwert, indem der
Hund während seines Herankommens auf halber Strecke mit Steh gestoppt wird, um anschließend
in gleich schnellem Tempo zu seinem Hundeführer zu laufen. Eine weitere Übung ist das
Voraus in die Box, die Schwierigkeit liegt anders als in den unteren Klassen darin,
dass der Hund vorher nicht aus der Box abgerufen wurde. Die Distanzkontrolle wird um
die Position Steh erweitert und die Distanz zwischen Hund und Hundeführer beträgt jetzt
15 Meter! In der Leistungsklasse 2 gibt es 2 Apportierübungen. Zum einem hat der Hund
eine Hantel (Holz oder Kunststoff) über eine Hürde zu apportieren, zum anderen muss
er ein vorher ausgelegtes Metallapportel auf ebener Erde bringen.
Eine neue Übung in dieser Klasse ist die Geruchsunterscheidung. Der Hundeführer erhält
vor der Freifolge ein Hölzchen, das der Hund aus 6 Hölzern heraussuchen und zurückbringen
muss.
|
, |
Übung |
Koeffizient |
max |
|
1 |
2 Minute Sitzen mit Sichtkontakt |
2 |
20 |
|
2 |
3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt |
2 |
20 |
|
3 |
Freifolge |
4 |
40 |
|
4 |
Sitz und Platz aus der Bewegung (Viereck 8x8 m) |
3 |
30 |
|
5 |
Abrufen aus dem Liegen mit Zwischenstop (Steh) |
4 |
40 |
|
6 |
Voraussenden |
3 |
30 |
|
7 |
Apportieren über die Hürde (Holz) |
3 |
30 |
|
8 |
Apportieren auf ebener Erde (Metallapport) |
2 |
20 |
|
9 |
Geruchsunterscheidung mit Apport |
4 |
40 |
|
10 |
Distanzkontrolle |
4 |
40 |
|
11 |
Umgang Mensch-Hund |
1 |
10 |
Leistungsklasse 3/FCI-Klasse
Auch hier werden Gruppenübungen verlangt. 2 Minuten absitzen und 4 Minuten abliegen
(mit Ablenkung) werden außer Sicht des Hundeführers überprüft. Die Freifolge gestaltet
sich in dieser Klasse sehr lang, Winkel und Kehrtwendungen werden in allen 3 Gangarten
gezeigt. Außerdem können Seitenschritte, Rückwärtsschritte sowie Winkel und Wendungen
auf der Stelle verlangt werden. Zum Sitz und Platz aus der Bewegung (8 x 8 Meter) kommt
die Position Steh hinzu.
Beim Abrufen wird der Hund zweimal gestoppt: zuerst durch Steh, dann durch Platz; die
Positionen müssen innerhalb von 3 Körperlängen eingenommen werden. Trotzdem soll der
Hund bei jedem neuerlichen Rufen wieder flott kommen! Das Voraus wird im Winkel durchgeführt.
Zunächst wird der Hund zu einem 10 Meter entfernten Kegel/Halbkugel geschickt, dort
muss er halten. Von dort aus wird er weiter geschickt in die ca. 25 Meter entfernte
Box.
In Klasse 3 wird der sogenannte Richtungsapport verlangt. Das Team stellt sich 10 Meter
von einer Pylone/Halbkugel entfernt auf. Weitere 10 Meter entfernt werden 3 Apportierhölzer
in je 5 Metern Entfernung voneinander ausgelegt. Welches Holz der Hund bringen muss,
wird zuvor ausgelost, jedoch niemals das mittlere Holz. Auch hier wird der Hund zunächst
zur Pylone/Halbkugel geschickt und dort ins Steh gerufen. Anschließend wird er zum
Apportieren des ausgelosten Holzes (rechts oder links) geschickt.
Als weitere Apportübung muss eine Metallhantel über eine Hürde apportiert werden.
Die Distanzkontrolle beinhaltet in dieser Klasse insgesamt 6 Positionswechsel. z.B.
aus dem Platz ? Sitz ? Steh ? Platz ? Steh ? Sitz ? Platz (Reihenfolge ist jedoch nicht
fest vorgegeben).
Die Geruchtsunterscheidung ist ähnlich wie in der Klasse 2. Jedoch erhält der Hundeführer
das Holz erst zu Beginn der Übung und darf es nur 5 Sekunden lang behalten. Klingt
schwierig? Ja, bis zur Klasse 3 ist es schon ein weiter Weg!
|
. |
Übung |
Koeffizient |
max |
|
1 |
2 Minute Sitzen ohne Sichtkontakt |
3 |
30 |
|
2 |
4 Minuten liegen ohne Sichtkontakt |
2 |
20 |
|
3 |
Freifolge |
3 |
30 |
|
4 |
Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung |
3 |
30 |
|
5 |
Abrufen mit 2x Zwischenstop (Platz, Steh) |
4 |
40 |
|
6 |
Voraussenden 1. zum Kegel, 2. ins Quadrat |
4 |
40 |
|
7 |
Apportieren auf ebener Erde(Richtungsansage) |
3 |
30 |
|
8 |
Apportieren über die Hürde (Metallapport) |
3 |
30 |
|
9 |
Geruchsunterscheidung mit Apport |
3 |
30 |
|
10 |
Distanzkontrolle |
4 |
40 |
TOP |
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